Warum Derivate analysieren?
Perpetuals und Futures ermöglichen gehebelte Exponierung. Positionieren sich zu viele Teilnehmer gleich, wird der Markt anfällig für Zwangsliquidationen oder Umkehrungen.
DerivScan10 misst Positionierungskosten, offene Kontrakte, Spot/Derivate-Abstand, Flow-Aggressivität, Konzentration und Liquidationen.
Die zehn Komponenten von DerivScan10
Durchschnittliches und persistentes Funding
Funding zeigt die durchschnittlichen Long/Short-Kosten. Persistenz misst die Dauer und trennt kurzfristige Ungleichgewichte von länger anhaltenden Extremen.
Premium mark/index
Das Premium misst den Abstand zwischen Kontrakt und Index. Positiv bedeutet Kaufdruck, negativ Verkaufsüberschuss.
Open Interest und Preis/OI-Quadrant
OI-Veränderungen zeigen Zu- oder Abflüsse von Positionen. Mit dem Preis trennt man neue Kontrakte von Schließungen oder Liquidationen.
Dreimonats-Basis
Die annualisierte Basis misst den Abstand zwischen Dreimonats-Future und Spot und beschreibt Struktur sowie Absicherungsnachfrage.
Taker Buy/Sell
Das Verhältnis vergleicht die Aggressivität ausgeführter Kauf- und Verkaufsorders.
Globales Long/Short-Verhältnis
Es vergleicht Long- und Short-Exponierung mit dem 30-Tage-Durchschnitt, um extreme Konzentrationen zu erkennen.
24-Stunden-Liquidationen
Nettoliquidationen messen zwangsweise geschlossene Positionen und informieren über Squeezes und Kapitulation.
Funding Pressure
Funding Pressure kombiniert Funding und OI zur Bewertung von Kosten und Positionsaufbau.
Score und Signalregeln
Jede Komponente liefert −1, 0 oder +1, bestätigt durch Trend, Momentum und Volumen. Nur bestätigte Kerzen bleiben erhalten; das Ergebnis wird auf −1 bis +1 normalisiert.
≤ −0,60 bedeutet starken Verkauf und bullishes Extrem; −0,60 bis −0,20 bearish; −0,20 bis +0,20 neutral; +0,20 bis +0,60 bullish; ≥ +0,60 starker Kauf bei bearishen Extremen.
Regeln: BUY ab +0,40, SELL unter −0,40, sonst WAIT.
Eine weitgehend konträre Lesart
DerivScan10 misst vor allem Extreme. SELL kann bei überladenem Aufwärtsmarkt erscheinen; BUY kann bearishe Kapitulation zeigen.
SELL-Signale gelten laut Dokumentation als verlässlicher für Tops. BUY braucht mehr Bestätigung, weil Bottoms komplexer sind.
Ein Extrem-Score liefert keinen exakten Umkehrzeitpunkt und muss mit Struktur abgeglichen werden.
Praktische Nutzung und Beispiele
Der Scanner ist für H1-Swing optimiert. D1 oder H4 liefert Kontext, DerivScan10 dient als Positionierungsthermometer.
Hohes Funding, positives Premium, steigendes OI, konzentrierte Longs und dominante Taker Buys beschreiben Top-Risiko. Unter −0,40 prüft man Widerstand, Sweep High, bearishen CHOCH, oberen Docht und Verkaufsvolumen.
Bei Kapitulation können Long-Liquidationen und fallendes OI mit über +0,40 einhergehen. Sweep Low, bullisher OB, bullishes FVG oder REJECTION bleiben nötig.
CryptoScan10 misst Technik; DerivScan10 Derivate. Divergenz kann einen durch Hebel geschwächten aktiven Trend zeigen.
Häufige Fehler
DerivScan10 trotz konträrer Logik als klassischen Richtungsindikator lesen.
OI ohne Preis interpretieren.
Extrem-Scores als präzisen Trigger nutzen.
Bei fehlenden Daten Schlussfolgerungen erzwingen.
D1 oder W1 nur anhand des Derivate-Scanners umkehren.
DerivScan10 zeigt Hebelkosten, Positionskonzentration, Kontraktentwicklung und Liquidationen. Am besten erkennt man damit ein Extrem und wartet anschließend auf Bestätigung durch Struktur und Price Action. MTF-SYNC, SMC-FIBO und 4D Market Trigger ergänzen die Risikoanalyse.